
Die in Sicherheitsinformationen oder -datenblättern zitierten Tierversuche beruhen in aller Regel auf gesetzlich vorgeschriebenen Toxizitätsstudien der Hersteller, oft genug aber auch auf der Profilierungssucht von Pharmakologen. Da aber zwischen den Menschen und den Tieren - zumal den zumeist hier "benutzten" Nagetieren - zweifellos erhebliche Unterschiede bestehen, ist unserer Ansicht nach die Übertragung der im Tierversuch gewonnenen Ergebnisse auf den Menschen stets äußerst problematisch und nur in einem sehr begrenzten Maße überhaupt durchführbar. Dies ist eine prinzipielle Angelegenheit und keine Frage der Untersuchungsgenauigkeit, Prüfungsmethode oder Versuchsanordnung. Die bei Tierversuchen naturgemäß eingesetzten hohen und höchsten Dosen verstellen oftmals sogar den Blick für schädliche Auswirkungen kleinerer Gefahrstoffmengen.
Die moderne Wissenschaft besitzt mit den zahlreichen Möglichkeiten der in vitro-1) Untersuchungsmethoden, Computersimulationen u.dgl. die Handhabe, insbesondere auf dem Gebiet der Kosmetik auf Tierversuche gänzlich verzichten zu können.
An Politik und Wissenschaft geht der Appell, nach der Maxime
auch im Arzneimittelbereich einen Ausstieg aus dem Tierversuchswahnsinn zu erreichen.
1) in vitro (lat. "im Glase", im Reagenzglas bzw. eben nicht am lebenden Organismus
durchgeführter Versuch; Modellversuch)
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updated July 10, 1997