GUARANA

Was ist GUARANA?

Die Pflanze, von der GUARANA (auch "Frucht der Jugend" genannt) stammt, gehört zur Familie der Seifenbaum-Gewächse (Sapindaceae) und trägt den botanischen Namen Paullinia cupana H.B.K. Sie erhielt ihren Gattungsnamen von C.F. Paullini, einem deutschen Botaniker. Der Kletterstrauch besitzt einzelne, an den Blattstielen zusammenhängende Blätter, und seine gelben Blüten gruppieren sich zu lockeren Blütentrauben. Jede der dreizelligen, birnenförmigen Fruchtkapseln enthält glänzend-braune, nahezu kugelige, nur 0,5 bis 0,8 g schwere Samen, welche kleinen Roßkastanien ähnlich sehen und mit einem fleischfarbenen Mantel umhüllt sind.

Die GUARANA-Pflanze kommt in Südamerika in den tropischen Regenwäldern Südvenezuelas, Uruguays und Brasiliens, dort vor allem im Amazonas-Becken und in der Region Bahia vor.

Geschichte

GUARANA wurde zuerst von den Quaramis, einem südamerikanischen Indianerstamm, entdeckt. Die Legende sagt, daß aus den Augen einer wunderschönen Indianerin ein Sproß entsprungen ist, der Frauen und Männern Kraft, Schönheit und ein langes Leben schenkt. Erstmals weitergetragen wurde die Beschreibung von GUARANA in den Briefen des Missionars Joao Felipe Betendorf im Jahre 1669. Brasiliens Minenarbeiter benutzten es in der Hauptsache als Erfrischungsgetränk, wie es auch heute noch in Brasilien als Hauptbestandteil eines beliebten Erfrischungsgetränkes dient.

Die Quaramis entfernen von den GUARANA-Früchten die Schale, waschen, rösten (führt zur Stärkeverkleisterung!) und mahlen sie. Anschließend kneten sie den mit Wasser vermengten Teig (= "Pasta Guarana") zu 10-20 cm langen und 4-5 cm dicken Stäben oder auch flachen "Kuchen", die sie in der Sonne oder über einem Feuer trocknen, bis sie hart geworden sind. Diese "Knabberstäbe" tragen sie bei sich und raspeln bei Bedarf mit Hilfe der rauhen Zunge des Pirarucu-Fisches die benötigte Menge von ihm ab. Sie können so zwei oder sogar drei Tage lang ohne Nahrungsaufnahme reisen.

GUARANA als aufmunterndes Lebensmittel

Genau wie in unseren Breiten Kaffee oder Tee, schätzt man im modernen Südamerika den Vorteil des klassischen Genußmittels GUARANA. Es macht auf besonders angenehme Weise munter, stimuliert und erfrischt. Und das - reizstoffarm - über einen langen Zeitraum.

Was ist drin in GUARANA?

Hauptwirkstoff ist das GUARANA-Coffein. Es liegt in naturbelassener Form, teilweise an Catechingerbstoffe gebunden, vor und ist von Natur aus frei von Reizstoffen. GUARANA wird so in der Regel gut vertragen. Daneben kommen Theophyllin, Theobromin, Tannin und Harz, 2-3% Fett sowie geringe Anteile an Saponinen, Cholinen und Mineralien in dem Samenpulver vor.

Coffein-FormelDurch den hohen Anteil an Ballaststoffen und Rohfasern wird das GUARANA-Coffein langsam vom Organismus aufgenommen. Aufgrund dieser schonenden Coffeinabgabe ist GUARANA gerade für Personen geeignet, die Kaffee oder Tee nicht vertragen, aber auf die anregende Wirkung nicht verzichten möchten.

GUARANA enthält ca. 4-8% Coffein, das heißt dreimal soviel wie normaler Kaffee, und gilt als die stärkste natürlich vorkommende Coffeinquelle. Das Guarana-Coffein hat die gleiche chemische Zusammensetzung wie das im Kaffee, Tee, Mate etc. vorkommende und auch die gleiche physiologische Wirkung. Früher wurde Guarana aufgrund der Coffeinwirkung auch als Antineuralgikum (besonders bei Migräne) verwendet.

Ökologische Aspekte

ethnobotanicalsDa die Stammpflanze Paullinia cupana eine wildwachsende Pflanze ist, die ohne den tropischen Regenwald nicht auskommt, ist die Verwendung von GUARANA - Produkten auch aus ökologischen Gründen sinnvoll. Viele brasilianische Kleinbauern können sich durch Ernte und Vertrieb eine Basis für ihren Lebensunterhalt aufbauen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der wertvollen Regenwälder leisten.

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Erstellt 17.09.1999 * Letzte Änderung am 04.04.2000

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