OSTINDISCHES DRACHENBLUT

DrachenblutDrachenblut ostindisches, gepulvert

Stammpflanze: Daemonorops draco u.a. D. species

Synonyme: Calamus draco

Familie der Arecaceae (Palmae), nicht zu verwechseln mit dem "Drachenblutbaum" (Harungana madagascariensis LAM. ex POIR., Hypericaceae)

Andere Namen: Palmendrachenblut, Blutharz, Sanguis Draconis, Resina Draconis

Herkunft: Indisch-malaiische Inseln

Ostindisches Drachenblut

Beschreibung

Bei der Droge handelt es sich um das rote bis dunkelrotbraune Harz der Früchte verschiedener Daemonorops-Arten, das sind sehr lange, in den sumpfigen Wäldern Hinterindiens wildwachsende Kletterpflanzen. Das rote Pulver ist bei mikroskopischer Betrachtung gekennzeichnet durch rötliche bis gelbliche Splitter ohne Kristallstruktur, durch vereinzelte Blattgewebefetzen, Spiralgefäße und Epidermiszellen. Undurchsichtige Pulverbestandteile dürfen nicht vorhanden sein.Die Ganzdroge wird gehandelt in Form von etwa 20-30 cm langen harten Stangen bzw. in Form von Kugeln, Körnern, zwiebelartig geformten Kuchen oder Ballen. Sie ist glänzend, tief dunkelrot, auf dem Bruch zinnoberrot und ergibt auf Papier einen blutroten Strich. Ostindisches Drachenblut schmeckt kratzend und etwas süßlich. Das Harz erweicht in heißem Wasser, es ist löslich in Isopropylalkohol, konzentrierter Essigsäure und Chloroform,hinterläßt aber bis zu 20% Verunreinigungen (Holz, Sand, Schuppenteile der Früchte usw.). In Äther ist das Harz wenig, in Petroläther und Terpentinöl nicht löslich.

Inhaltsstoffe

Benzoesäureester des Dracoresinotannols (Dragoresen, Dracoalban)

Anwendung

Früher medizinisch zu Pflastern, technisch wird das Harz verwendet zu Lacken. In der Kosmetik eingesetzt zum Färben von kosmetischen Präparaten (z.B. Zahnpulver), weiterhin wird Drachenblut Weihrauchmischungen zugesetzt, um deren Kraft und Wirksamkeit zu verstärken (v.a. Liebesweihrauch). Scheik Nefzaui nannte es in seiner orientalischen Liebeslehre als Bestandteil erotischer Rezepte.

Literaturhinweise

Ergänzungsbuch zum Deutschen Arzneibuch Sechste Ausgabe (Erg.-B. 6) Neudruck 1953 (Deutscher Apotheker-Verlag, Stuttgart 1953)

Johannes Arends, Volkstümliche Namen der Arzneimittel, Drogen, Heilkräuter und Chemikalien (Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York)

Marianne und Patrick Caland, Weihrauch und Räucherwerk, 1. Auflage 1992 (Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Aitrang)

Christian Rätsch, Pflanzen der Liebe (Hallwag Verlag, Bern und Stuttgart 1990)

Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, 6. Auflage 1986 (Walter de Gruyter, Berlin und New York)

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Erstellt am 29.09.1998 * Letzte Änderung am 15.02.2000
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