Rohstoff-Dokumentation
TEGOMULS* 90 S (Emulgator)
* eingetragenes Warenzeichen der Firma Th. GoldschmidtChemische Charakterisierung:
Molekulardestilliertes Glycerinmonostearat, selbstemulgierend durch Alkalistearat.
Beschreibung:
Tegomuls 90 S ist ein grobes, elfenbeinfarbenes Pulver und schmilzt bei etwa 50 bis 55
°C.
Inhaltsstoffe, Gewinnung:
Grundlage für die Herstellung des Emulgators ist Stearinsäure, eine gesättigte
langkettige Fettsäure (C18, Octadecansäure). Tegomuls stellt
chemisch gesehen hauptsächlich das Monoglycerid der Stearinsäure dar, enthält
aber zusätzlich Alkalistearat zur Verbesserung der Emulgatorwirkung. Tegomuls ergibt sog.
Öl-in-Wasser (O/W)-Emulsionen und vermag relativ große Mengen Wasser zu emulgieren.
Anwendung und Verarbeitung (Kosmetikherstellung):
Der Emulgator wird zusammen mit den fettlöslichen Bestandteilen der Zubereitung, wie z.B.
Pflanzenölen, Konsistenzgebern und fettlöslichen Wirkstoffen, zusammengeschmolzen. Diese
Mischung nennt man auch Fettphase. Die genauen Verarbeitungsschritte und
Rezepturen finden Sie in der Literatur. Tegomuls 90 S mischt sich in der warmen Schmelze
mit Ölen und Fetten klar und vollständig.
Man kann Tegomuls auch zur Auflockerung von Backwaren (typische Verwendung: Bisquitböden) verwenden, da der Emulgator ursprünglich für den Einsatz im Lebensmittelberich entwickelt wurde. Allerdings kann man ihn nicht einfach pulverförmig zugeben, sondern muß vorher zur optimalen Verteilung eine sog. "Tegomuls-Wasserpaste" herstellen. Diese Paste wird wie folgt zubereitet:
Man füllt 40 g Wasser in ein hitzefestes Becherglas, gibt 4 g Tegomuls dazu und verrührt die beiden Zutaten kräftig. Jetzt erhitzt man die Mischung auf der Kochplatte (kleine Einstellung!!) und erwärmt unter stetigem, nicht zu heftigem Rühren auf eine Temperatur von 70 bis 80 °C. Die Temperatur ist richtig, wenn sich das Pulver langsam löst und die Mischung etwas andickt. Dieses Andicken ist für das Gelingen unbedingt wichtig. Abschließend rührt man den Ansatz nochmals gut durch. Das Erwärmen kann natürlich auch im Wasserbad erfolgen.
Sofern nicht zu hoch erhitzt wurde, hat man jetzt knapp 44 g der Tegomuls-Wasserpaste zur Verfügung. Je nach Bedarf kann man natürlich nur die Hälfte (20+2 g) oder ein Vielfaches davon ansetzen. Die fertige Emulgatorpaste kann man abkühlen lassen. Sie sollte gleich verwendet werden oder kann im Kühlscharnk bis zu 3 Tagen gelagert werden (danach verliert sich das gute Emulgiervermögen!).
Als Anhaltspunkt: 44 g Paste reichen für einen Bisquitboden mit 200 g Zucker, 170 g Mehl, 60 g Speisestärke, 4 g Backpulver und 4 kleinen Eiern. Das Backpulver kann man auch weglassen; man nimmt dann statt 44 einfach 66 (60+6) g der Tegomuls-Wasserpaste. Durch den Emulgatorzusatz erübrigt sich das getrennte Schlagen der Eier; man kann alle Zutaten einfach vermischen und mit einem elektrischen Küchenrührgerät 4 bis 5 Minuten lang kräftig aufschlagen.
Literaturhinweise/Quellenverzeichnis:
Pütz/Niklas, Cremes und sanfte Seifen, Neuauflage (vgs Verlagsgesellschaft, Köln) - Erstausgabe, S. 92f (dto., nur noch antiquarisch verfügbar)
Pütz/Niklas, Die 5-Minuten-Kosmetik (vgs Verlagsgesellschaft, Köln)
Pütz/Niklas, Das Lexikon der sanften Kosmetik 1. Aufl. 1988 (vgs verlagsgesellschaft, Köln; leider vergriffen)
http://www.hobbythek.de/archiv/287/#fett
Technisches Datenblatt der Firma Th. Goldschmidt
Erstellt am 03.12.1998 * Letzte Überarbeitung am 17.12.2004
© Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung der OMIKRON GmbH Naturwaren
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