Lexikon der Duft- und Gewürzpflanzen

SCHWARZKÜMMEL

Stammpflanze:

Nigella sativa L. (Echter Schwarzkümmel)
Familie der Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse
(engl.: crowfoot or buttercup family)

Andere Namen:

dt.: Nigella, Muskatblume; engl.: Love-in-a-mist, Fennel flower; frz.: Nigelle, Cheveux de Vénus; ital.: Nigella; span.: Niguilla, Pasionara; arab.: kazha; hebr.: ketzah; Hindi: Kalonji, Munga reala; poln.: Czarnuszka siewna

für die Samen selbst: dt.: "Zwiebelsame"; engl.: "Onion seed"

Herkunft:

Schwarzkümmel stammt wahrscheinlich aus Westasien. Er kommt heute vor in Südeuropa, Balkangebiet und im Orient vom Nahen Osten bis nach Indien.

Botanik

Die echte Schwarzkümmelpflanze ist ein einjähriges Kraut, das etwa 30 cm hoch wächst und zahlreiche, fein gefiederte Blätter trägt. Ihre Äste enden in einer schönen, auffallenden Blüte. Die Blüte ist hell fliederfarben, besitzt 5 Kelch- und 5 Blütenblätter, viele Staubgefäße und wenige Fruchtblätter. Nach der Bestäubung bildet der Fruchtknoten eine geschlossene, behaarte Kapsel, welche die eckigen, tiefschwarzen Schwarzkümmelsamen in großer Anzahl enthält. Als einzige der 14 Arten der Gattung Nigella wird echter Schwarzkümmel seit Urzeiten angebaut. In nachbiblischer Zeit entstand im Nahen Osten der Brauch, die Samen auf Brot und Kuchen zu streuen.

Beschreibung des Schwarzkümmelöls

Schwarzkümmelöl ist eine klare, bräunliche Flüssigkeit von mittlerer Viskosität. Das fette Öl weist den typischen Geruch der Schwarzkümmelsamen auf, aus denen es durch Kaltpressung gewonnen wird (Der Ölgehalt in den Samen beträgt bis zu 40%).

Inhaltsstoffe

Schwarzkümmelöl enthält hohe Anteile an wertvollen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (sog. Polyenfettsäuren) in Form von Estern mit Terpenalkoholen. Die Schwarzkümmelsamen selbst enthalten neben dem fetten Öl auch ein ätherisches Öl (ca. 0,5 bis 1,5%) mit unbekannter Zusammensetzung; Saponin (Melanthin), den Bitterstoff Nigellin und Gerbstoff. In Spuren wurden Alkaloide gefunden (Nigellin-N-oxid, Nigellon, Nigellimin). Der Geschmackseindruck ist schwach bitter und aromatisch, entfernt erinnernd an Oregano.

Anwendung

Schwarzkümmelsamen:

Die schwarzen Körner dienen traditionell als orientalisches Gewürz, vorwiegend für türkisches und ägyptisches Brot sowie Gemüsegerichte (z.B. mit Auberginen oder Kürbis). Sie fördern die Verdauung. Im indischen Bundesstaat West-Bengalen, wie auch in Bangla Desh wird eine Gewürzmischung mit Schwarzkümmel verwendet, die panch phoron genannt wird.

Schwarzkümmelöl:

Die enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (vor allem Linol- und g-Linolensäure) sind eine wichtige Nahrungsergänzung, denn sie spielen eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel, namentlich im Stoffwechsel der sog. Prostaglandine. Diese körpereigenen Stoffe kann man als Gewebshormone bezeichnen, deren biologische Wirkungen sehr verschiedenartig sind. Bekannt sind z.B. Einflüsse auf die Erregungsübertragung im Nervensystem, auf die Körpertemperatur, die Magensaftabsonderung, die Bronchialmuskulatur und die Blutgerinnung. In Amerika konnte die Nachfrage nach dem Öls als food supplement zeitweise kaum mehr befriedigt werden, da ihm eine "Harmonisierung des Immunsystems" zugeschrieben wird. Schwarzkümmelöl kann pur eingenommen, mit einer Pipette in leere Gelatine-Steckkapseln eingefüllt oder z.B. auf ein Stück Brot geträufelt zugeführt werden. Die empfehlenswerte Dosis als Nahrungsergänzungsmittel beträgt für Erwachsene 10 bis 15 Tropfen morgens und abends.
Die Aufbewahrung sollte kühl und dunkel erfolgen, in möglichst voll gefüllten Glasgefäßen.

Literaturverzeichnis

HUNNIUS: Pharmazeutisches Wörterbuch 7. Aufl. 1993 (Walter de Gruyter, Berlin und New York)
Katzer Gernot, im World Wide Web (http://bkfug.kfunigraz.ac.at/~katzer/nige_sat)
Schleicher P./Saleh M., Natürlich heilen mit Schwarzkümmel 1996 (Südwest Verlag, München)
Thiele Otto Wolfgang: Lipide, Isoprenoide mit Steroiden (Georg Thieme Verlag, Stuttgart)
Zohary Michael: Pflanzen der Bibel, 2. Aufl. 1986 (Calwer Verlag, Stuttgart)


Stand der Information: 09.04.1998 * Vervielfältigung und Nachdruck nicht gestattet.

Autor und Herausgeber: Peter Rau, Neckarwestheim

Letzte Änderung am 03.04.1999

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