OMIKRON GmbH Naturwaren

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MAIS

Nr. 3442 Maisbart, geschnitten; Nr. 0818 Maisstärke; Nr. 1009 Maisstärke modifiziert

Stammpflanze:

Zea mays L. (Mais)
(Familie der Poaceae oder Gramineae)
in zahlreichen Sorten gezüchtet (z. B.Puff-, Hart-, Weich-, Wachs- und Zuckermais

Andere Namen:

Kukurut(z), Welschkorn

Herkunft:

Ursprünglich beheimatet in Mexiko und im tropischen Amerika, dort schon vor Columbus kultiviert.
Viel angebaute Pflanze in den meisten subtropischen Ländern, besonders in Nordamerika (1986: 43,6% der Weltproduktion)

Maisbart

Andere Namen:

Maishaar, Maisgriffel, Maisnarben, Welschkornnarben, Welschkornhaare; engl.: Indian Corn silk, Maize silk, Maize stigmas; frz.: Stigmates de mais, Styles de blé de Turquie; lat.: Stigmata Maidis

Beschreibung

Maisbart besteht aus den rasch im Schatten getrockneten, geschnittenen Griffeln der weiblichen Blüte der Maispflanze. Die Sammlung erfolgt zur Blütezeit, vor der Bestäubung.Mais ist aufgrund seines Protein- und Stärkegehalts eine wichtige Nutzpflanze des Menschen. Die zur Familie der Gräser gehörende Pflanze ist einhäusig; die weiblichen Blüten sind in einem Blütenstand vereint, der die bekannte Form eines seitenständigen Kolbens hat, während sich die männlichen Blüten im Blütenstand der Rispe (zusammengesetzte Traube) gruppieren. Mais kann bis zu 3 m hoch werden; da sein Anbau einfach ist, zieht man ihn sogar im Hausgarten.
Seit altersher bezeichnet man arzneilich verwendbare Rohstoffe aus der Natur als "Drogen".Das Blatt der Bärentraube oder die Frucht des Fenchels sind - genauso wie die Maisgriffel - Drogen. Die heutige Auslegung im Sinne von "Rauschmittel" repräsentiert also nur eine Teilbedeutung dieses Begriffes (vgl. Drogerie als Drogenhandlung). Die ganzen Maisgriffel (Ganzdroge) sind fadenförmig und recht lang (bis über 20 cm), etwa 0,1 bis 0,2 mm dick, hellgelblich oder bräunlichrot. Bei Betrachtung mit einer Lupe erscheinen sie bandartig flach oder rinnig eingerollt. Die Schnittdroge besteht aus etwa 5 bis 10 mm langen, fadenartigen, rinnigen Griffelstückchen. Betrachtet man gepulverte Maisgriffel mit einem Stereomikroskop, so fallen die schief aufwärts gerichteten, 400 bis 800 Mikrometer langen, vielzellig mehrreihigen und teilweise stumpf gezähnten Haarzotten auf. Maisgriffel haben einen lediglich schwachen Geruch von eigentümlichen Charakter (fast süßlich).

Inhaltsstoffe

Die Beschreibung der Inhaltsstoffe stammt durchweg aus älterer Literatur, so daß diese Angaben einer Überprüfung bedürften. Danach enthält die Droge Saponine (2-3%), polyphenolartige Gerbstoffe (bis 13%), fettes und ätherisches Öl, Glycoside und flavonolartige Pflanzenfarbstoffe. Das ätherische Öl soll etwa 18% Carvacrol sowie andere Terpene enthalten. Weiterhin gefunden wurden Harz, Bitterstoffe und gummiartige Stoffe.

Anwendung

Die Anwendung in der Volksmedizin wird beschrieben, hier vor allem als milde wassertreibende Droge (Diuretikum) bei Blasen- und Herzleiden. Hier spielt der relativ hohe Gehalt der Maisgriffel an Kaliumsalzen eine Rolle. Die gelegentlich in der Volksmedizin propagierte Verwendung bei Zuckerkrankheit (Diabetes) ist durch nichts belegt und daher abzulehnen.
Die Wirksamkeit als Schlankheitsmittel, ebenfalls volkstümlich, kann durch den wassertreibenden Effekt erklärt werden. Ausgeprägt ist diese jedoch nicht.
Die meisten pharmakologischen Untersuchungen von Maisgriffeln wurden von chinesischen und japanischen Wissenschaftlern durchgeführt. Im chinesischen Kulturbereich werden die Maisnarben seit einigen Jahrhunderten verwendet und sind in der Pharmakopöe (Arzneibuch) der Volksrepublik China als Diuretikum aufgeführt.

Teezubereitung

1 Teelöffel voll (etwa 1/2 g) Maisbart werden mit kaltem Wasser (ca. 150 ml Tasse) angesetzt, dann kurz aufgekocht und nach einigen Minuten abgeseiht. Als mildes wassertreibendes Mittel mehrmals täglich 1 Tasse Tee. Tee aus Maisbart sollte ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht langfristig angewendet werden. Bei starken und/oder langanhaltenden Beschwerden oder bei organischen Herz-/Kreislaufleiden und Stoffwechselkrankheiten (Diabetes, Gicht) ist eine Selbstbehandlung mit Maisbarttee nicht angezeigt. Hier ist in jedem Falle ein Therapeut (Arzt oder Heilpraktiker) hinzuzuziehen.

Qualität

Die Droge wird im Vertragslabor des Lieferanten nach den offiziellen Arzneibuchvorschriften geprüft (Ergänzungsbuch zum Deutschen Arzneibuch, EB 6) und dabei die charakteristische Reaktion mit Bleiacetatlösung durchgeführt. Die Analyse von Trocknungsverlust und Asche sowie die Suche nach fremden Bestandteilen vervollständigen die Untersuchungen. In unserem Labor wird die Identität nochmals genau nachgeprüft. Verfälschungen kommen bei der Droge in der Praxis nicht vor.
Die Aufbewahrung soll kühl, trocken und dunkel erfolgen, aber nicht in Kunststoffgefäßen!

Ethnologie

In der Literatur wird eine Anwendung von Maisgriffeln als Rauschmittel bei den Indianern Perus beschrieben, die auf einem Gehalt an Alkaloiden unbekannter Zusammensetzung beruhen soll. Nach Inhalation wird psychische Erregung beobachtet, bei längerem Mißbrauch führt die Anwendung zu Erbrechen, Koliken und Durchfällen.

Maisstärke

Andere Bezeichnungen:

Maize starch; Amidon de mais; lat.:Amylum Maydis, Maydis Amylum

Beschreibung

Die Maisstärke wird aus dem Nährstoffspeichergewebe Endosperm der Maiskörner gewonnen, die zu etwa 60% aus Stärke, zu 10% aus Proteinen, zu 4% aus Fett und zu 15% aus Wasser bestehen. Man läßt die Maiskörner einige Tage lang bei etwa 50 oC mit Wasser, dem zur Auflockerung des Proteingewebes schweflige Säure zugesetzt wurde, quellen. Die so vorbehandelten Körner werden grob vermahlen und mit Wasser versetzt. Die Keimlinge werden abgetrennt und liefern Maiskeimöl. Die verbliebenen Maiskörner werden naß gemahlen, erneut mit einem Gemisch aus Wasser und schwefliger Säure aufgeschlämmt und von den Fasern befreit. Die Stärke wird mit dem Kleber ausgewaschen und durch Zentrifugieren abgetrennt. Man bevorzugt zur Stärkegewinnung kleberarme Mais-Varietäten.
Mehl besteht aus den vollständig zermahlenen Getreidekörnern, es enthält also neben Stärkekörnern auch Zellenelemente der Maiskörner.Da die Stärkekörner der einzelnen Stärkearten (wichtig sind neben Maisstärke Kartoffelstärke, Weizenstärke und Reisstärke) eine charakteristische Form besitzen, kann dieses Merkmal bei der mikroskopischen Prüfung, insbesondere bei Betrachtung im polarisierten Licht, zur Unterscheidung der einzelnen Stärkesorten dienen. Die Stärke ist ein Gemisch aus den zwei Komponenten Amylose (im Zentrum des Stärkekorns) und Amylopektin (fungiert als Hüllsubstanz des Stärkekorns). Der mittlere Durchmesser eines Maisstärkekorns beträgtn15 Millionstel Meter (mm), der Durchmesser schwankt zwischen 2 und 32 mm.
Die einzelnen Stärkesorten sind geruch- und geschmacklos. Es handelt sich um feine, weiße oder schwach gelbliche Pulver, die beim Reiben zwischen den Fingern knirschen. In kaltem Wasser, Äthanol und in organischen Lösungsmitteln sind sie praktisch unlöslich, in ersterem quellen sie jedoch mit einer Volumenzunahme von ca. 20 bis 100% auf (sog. begrenzte Quellung).

Verwendung

Stärke wird wegen ihres großen Wasseraufnahmevermögens, ihrer Kühl- und Gleitwirkung und ihrer Absorptionsfähigkeit für Sekrete und Hautfett als Pudergrundlage verwendet.Maisstärke ist besonders weich und hat eine gute Haftfähigkeit.
Da die Stärke im Magen und Darm schlackenlos abgebaut wird, findet sie auch als Diätetikum und für Schleimzubereitungen Anwendung (v.a. Hafer-, Gersten- und Reisschleime).
Die Industrie setzt Stärke zur Gewinnung von Traubenzucker, Äthylalkohol, Dextrinen, Klebe- und Verdickungsmitteln und Appreturen (Papier, Textilien) ein.
Die Nahrungsmittelbranche setzt Maisstärke vielfältig, z.B. für Puddings, Kinderstärkemehle, feine Gebäcke und Verdickungsmittel für Suppen und Soßen ein.
In der analytischen Chemie als Reagenz (Jodometrie).
In der Pharmazie als Füll- bzw. Sprengmittel für Tabletten, in Form eines 10- bis 25% igen Kleisters auch als Bindemittel (früher auch für Pillen). Als Grundstoff für die Herstellung von Stärkekapseln nimmt man bevorzugt Weizenstärke. Stärkekapseln, auch als Oblatenkapseln bezeichnet, bestehen aus einem Unterteil und einem Oberteil, die aufeinandergesteckt oder -geklebt werden. Sie wurden im Lauf der Zeit von den bekannten Gelatine-Steckkapseln verdrängt.

Herstellung von Stärkekleister:
Man verrührt 1 g Stärke mit 2 ml destilliertem Wasser und gießt dann in dünnem Strahl und unter stetigem Rühren 97 ml kochendes destilliertes Wasser zu. Wenn notwendig, seiht man die Masse durch.
Plastische Gele aus verkleisterten Stärken stellen die ältesten Hydrogelzubereitungen dar.

Qualität

Maisstärke wird im Deutschen Arzneibuch, 10. Ausgabe beschrieben. Im Vertragslabor unseres Lieferanten wird die Ware einer eingehenden Prüfung unterzogen, die folgende Qualitätskriterien umfaßt:
- Mikroskopische Untersuchung
- Prüfung auf Identität
(wird in unserem Kontrollabor nochmals durchgeführt)
- Prüfung auf sauer reagierende Substanzen
- Prüfung auf fremde Bestandteile
(Zellwand- und Protoplasmabruchstücke)
- Bestimmung des Trocknungsverlustes
- Bestimmung der Sulfatasche
- Untersuchung auf Verunreinigung durch Mikroorganismen
(Bakterien, Escher. coli, Pilze)
Wir vertreiben Maisstärke als Grund- bzw. Ausgangsstoff und für wissenschaftliche Zwecke. Die Maisstärke selbst stellt kein Arzneimittel im Sinne von §2 des Arzneimittelgesetzes dar.
Maisstärke ist trocken und dicht verschlossen gelagert einige Jahre haltbar.

Stärkenachweis

(Römpp/Raaf)
Träufelt man mit einer Pipette einige Tropfen Jod-Jodkaliumlösung (oder Jodtinktur, die man mit Äthanol bzw. Brennspiritus verdünnt hat) auf ein Stück Brot, eine aufgeschnittene Kar- toffel oder auf unsere Maisstärke, so färbt sich die benetzte Stelle dunkelblau bis schwarz.
Es handelt sich um die entstandene Jodstärke, eine in verdünntem Zustand blaue, bei stärkerer Konzentration schwarze Verbindung aus Jod und Stärke. Die Reaktion eignet sich als Stärkenachweis.

Maisstärke, modifiziert

Beschreibung

Es handelt sich hier um eine chemisch umgewandelte Qualität der Maisstärke. Sie hat besonders günstige Eigenschaften für die Verwendung in Kosmetika. Sie saugt Feuchtigkeit auf und bindet sie, quillt dabei aber nicht auf. So können die Poren der Haut nicht verstopfen.

Rezept

mit Maisstärke als Bestandteil eines deckenden Make-up-Präparats:
Jean Pütz, Chr. Niklas, Schminken, pflegen, schönes Haar korr. Auflage 1991 (Seite 82).


Literaturhinweise

Letzte Änderung am 03.04.1999

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