PARABENE
Nr. 1539 Paraben K, Nr. 0678 Aqua conservans-Konzentrat 1:100
Beschreibung
Paraben K ist eine Mischung zweier für die Bio-Kosmetik geeeigneten Konservierungsstoffe mit einem antimikrobiellen Duftstoff. Diese Mischung ergibt eine klare Lösung von mildem Geruch, einer Dichte von ca. 1,2 g/cm3
und einem Flammpunkt von über 100 °C. Die Bezeichnung Paraben stammt von den enthaltenen Para-Hydroxy-Benzoesäureestern. In der Natur kommen die Ester und Glukoside der Para-Hydroxybenzoesäure in fast allen Gewürzen und in Pflanzenpigmenten vor. Sogar in der Tierwelt ist ein Organismus bekannt, der eine paraben-ähnliche Substanz im eigenen Körper produziert, nämlich der Gelbrandkäfer. Dieses Insekt lebt ständig in feuchter Umgebung und hält sich damit Schimmelerreger fern.Inhaltsstoffe
In Paraben K kommen zwei PHB-Ester zum Einsatz. PHB-Ester sind die Ester der Para-Hydroxy-Benzoesäure (4-Hydroxy-benzoesäure). Es handelt sich um den Methylester, auch unter der Markenbezeichnung Nipagin bekannt, und um den Propylester (Nipasol). Beides sind weiße Pulver von leicht phenolischem Geruch. Ähnliche phenolische Stoffe mit haltbar machenden Eigenschaften kommen in der Natur sehr häufig vor: zum Beispiel Vanillin, Wintergrünöl ("Gaultheriaöl" oder Methylsalicylat), Salicylsäure, Kaffeesäure und Thymol.
In den eingesetzten Mengen wirken beide Substanzen in aller Regel nicht irritierend. Fälle von Kontaktallergien sind nur bei sog. Para-Allergikern in seltenen Fällen aufgetreten. Diese allergischen Menschen reagieren allerdings auch auf alle verwandten Stoffe wie Vanillin etc. mit Hautreaktionen. Gleichwohl empfiehlt sich bei allen Konservierungsmitteln ein einfacher Allergietest, z.B. wie ihn Jean Pütz in seinem Buch "Schminken, pflegen, schönes Haar" beschreibt.
Parabene gehören zu den am längsten untersuchten Konservierungsstoffen in der Kosmetik. Sie sind in Deutschland auch für Konservierungszwecke in Lebensmitteln und Arzneimitteln zugelassen. PHB-Ester sind weder carcinogen noch mutagen laut EPA Genetox Program 1986.
Durch das Auflösen dieser Parabene in dem Duftstoff Benzylalkohol, der ein breit eingesetzter Parfümbestandteil ist, wird die nötige Einsatzmenge der PHB-Ester deutlich verringert (sogenannte synergistische Wirkung). Benzylalkohol kommt in der Natur als Komponente vieler ätherischer Öle, insbesondere Ylang-Ylang, Jasmin und Goldlack vor. Er ist nahezu geruchlos. Benzylalkohol wirkt in den eingesetzten Mengen ausgesprochen selten irritierend oder sensibilisierend.
Er wirkt nicht carcinogen, mutagen oder teratogen (fruchtschädigend). Benzylalkohol trocknet nicht wie normaler Alkohol die Haut aus. Für Nahrungsmittelzwecke muß man allerdings die reinen PHB-Ester einsetzen; die Mischung mit dem Duftstoff Benzylalkohol eignet sich nur für kosmetische Anwendungen. Da Paraben K nicht verschluckt werden darf, darf das Mittel nicht in die Hände von Kindern gelangen. Für das Konzentrat gelten die Pflichtangaben der Gefahrstoffverordnung:
R-Sätze: Gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken.
S-Sätze: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren. Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung tragen.
Anwendung
Paraben K wird als mildes Konservierungsmittel eingesetzt. Insbesondere Cremes mit proteinhaltigen Wirkstoffen (Kollagen, Elastin, Proteinpulver) sollten aus vorsorglichen Gründen konserviert werden. Nipagin wirkt hauptsächlich auf bakterielle Mikroorganismen, Nipasol zusätzlich gegen Pilze. Beide Stoffe ergänzen sich also. Der Unterschied im Wirkungsspektrum ist mit der verschiedenen Fettlöslichkeit (Lipophilie) der Ester zu erklären. Der optimale pH-Bereich für die Wirksamkeit liegt bei Methyl- und Propylparaben zwischen pH 6 und pH 8 (neutraler Bereich).
Dosierung
1 Tropfen Paraben K auf 10 g fertiges Kosmetikum sorgt für eine Haltbarkeit von etwa 6 Wochen, bei Verwendung von 2 Tropfen Paraben K auf 10 g Produkt rechnet man mit einer Haltbarkeit von 3 Monaten. Eiweißstoffhaltige Cremes sind nur etwa halb so lange haltbar (siehe oben). Wesentlich länger sollte man seine selbstgemachte Kosmetik auch nicht haltbar machen.
Literaturhinweise
Stand 2
5.07.1999Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung der © OMIKRON GmbH Naturwaren
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