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Stammpflanze: Melaleuca alternifolia ("Myrtenheide", Tea Tree), Familie der Myrtaceae (geführt in 4. Ordnung Myrtales der Unterklasse Rosidae)
Andere Namen: Tea Tree-Öl, Ti-Baum-Öl, Oleum Melaleucae alternifoliae
Beschreibung
Teebaumöl entsteht durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern der australischen Teebaumpflanze, Melaleuca alternifolia. Die Angabe der genauen botanischen Bezeichnung ist hier sehr wichtig, da es eine verwirrende Vielfalt von Melaleuca-Arten und -Unterarten gibt, die häufig zu Verwechslungen Anlaß geben. Auch die volkstümliche Bezeichnung "Teebaum" ist nicht eindeutig, da sie in Australien und Neuseeland für verschiedene Büsche und Bäume der verwandten Arten Leptospermum und Melaleuca benutzt wird. Sogar der Gemeine Bocksdorn (Teufelszwirn, Lycium barbarum L.) wird im Englischen u.a. als tea plant oder tea tree bezeichnet. Die Benennung "tea tree" für den australischen Teebaum geht auf Kapitän J. Cook zurück, denn seine Besatzungen haben aus Blättern einer Leptospermum-Art(der neuseeländische "manuka"-Strauch, Leptospermum scoparium) ein Teegetränk zubereitet, das sie würzig und erfrischend fanden. Mit dem Teestrauch, der unser wohlbekanntes Getränk liefert (Camellia sinensis), hat der hier vorgestellte Teebaum nichts zu tun!
Der dünnborkige Baum Melaleuca alternifolia wird bis zu 6 Meter hoch und besitzt schmale, fast federartige Blätter mit einer leuchtend-hellgrünen Farbe. Die weichen Blätter haben einen sehr aromatischen Duft. Die attraktive Blüte der Pflanze ist crèmefarben; die holzigen Fruchtkapseln sind entlang der kleinen Zweige angeordnet. Typisch für das Gewächs sind die außerordentliche Unempfindlichkeit gegen Krankheiten sowie die Fähigkeit, auch mit schwierigen Lebensbedingungen wie Buschfeuer und Überschwemmungen fertigzuwerden.
Alle ätherischen Öle der Myrtaceae-Pflanzenfamilie (z.B. Eucalyptus, Cajeput, Niaouli, Gewürznelke, Manuka und Myrte) zeichnen sich durch ihre Wirksamkeit gegen Infektionen aus.
Teebaumöl ist eine nahezu farblose bis blaßgelbe Flüssigkeit. Es verströmt einen recht medizinischen, dennoch nicht unangenehmen, charakteristischen Geruch, der entfernt an Eukalyptusöl erinnert. Zur Gewinnung von 1 kg ätherischem Öl benötigt man durchschnittlich 50 kg frische Blätter, was einer Ausbeute von 2% entspricht.
Inhaltsstoffe
Teebaumöl enthält bedeutende Mengen an Terpinen-4-ol, weiterhin Monoterpene, Cineol und Pinen, Sesquiterpene und Sesquiterpen-Alkohole. Man hat mindestens 48 verschiedene Bestandteile im Öl nachweisen können. Wie es scheint, wirken all die vielen Bestandteile harmonisch zusammen, denn keiner der Einzelbestandteile besitzt nur annähernd die vielschichtige Wirksamkeit des naturreinen Teebaumöls. Man nennt einen solchen Effekt Synergismus.
Die australische Gesundheitsbehörde hat Qualitätskriterien für Teebaumöl festgelegt. So wird ein Mindestgehalt für Terpinen-4-ol von mehr als 30% verlangt, während der Gehalt an Cineol (auch als Eucalyptol bezeichnet) unter 15% liegen muß. Die strengen Qualitätsstandards gelten auch für den Export. Mit Aufnahme in die 8. Ergänzungslieferung des Deutschen Arzneimittelcodex 1996 (DAC) hat Teebaumöl auch hierzulande offiziell Anerkennung gefunden, sodaß jetzt auch verbindliche inländische Qualitätsvorschriften existieren. Die obengenannten Gehaltsvorschriften für Terpinen-4-ol und Cineol gelten in dieser Vorschrift ebenfalls.
Die Hauptinhaltsstoffe von Teebaumöl mit Gehaltsangaben
Geschichte
Die Heilkräfte von Teebaumöl aus Melaleuca alternifolia sind den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, schon seit Tausenden von Jahren bekannt. Sie haben das überlieferte und gehütete Wissen an die ersten weißen Siedler und die Wissenschaft weitergegeben. Es gehörte schnell zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen im Busch. Mit den Teebaumblättern behandelten sie Schnitte, Wunden und alle Arten von Hautinfektionen. Zum überwiegenden Teil wurden die uralten Erkenntnisse durch moderne Forschungsmethoden bestätigt.
In den Jahren von 1922 bis 1925 untersuchte ARTHUR PENFOLD, ein naturkundlich interessierter Chemiker aus Sydney, das Teebaumöl erstmals systematisch. Er konnte eine stark antiseptische Wirkung der Essenz nachweisen, welche diejenige des damals üblichen Phenols (Carbolsäure) um das 3fache übertraf. Phenol wirkt zwar stark bakterienabtötend (bakterizid), schädigt aber auch das lebende Gewebe, bei längerer Einwirkung bis hin zur Gewebezerstörung (sog. "Carbolgangrän").
Zwar liegen noch keine umfassenden Studien über mögliche unerwünschte Wirkungen von Teebaumöl vor, jedoch deuten Berichte über die unabsichtliche Einnahme größerer Mengen von Teebaumöl auf eine für ätherische Öle relativ niedrige toxische Wirkung hin: Kinder, die größere Mengen der Essenz verschluckt hatten, bekamen zwar Durchfälle und Übelkeit, in einem Fall auch Gleichgewichtsstörungen und Desorientiertheit, jedoch bildeten sich die Erscheinungen wieder ohne Nachwirkungen zurück (HINWEIS: Selbstverständlich soll das Öl strikt vor Kindern gesichert aufbewahrt werden!). Bei einem Erwachsenen trat nach Einnahme eines Teelöffels (!) Teebaumöl ein auf den ganzen Körper ausgedehntes Ekzem auf. Als häufiger beobachtete Begleitwirkung beim Gebrauch von Teebaumöl sind allergisch bedingte Hautentzündungen, teilweise mit intensiver Ausprägung, beschrieben worden. Hier muß man sich bewußt machen, daß ätherische Öle das konzentrierte Wirkprinzip von Pflanzen darstellen und sehr bewußt eingesetzt bzw. sehr niedrig dosiert werden müssen. Bei Allergikern ist selbst in den bei kosmetischen Präparaten üblichen Dosierungen Vorsicht geboten.
Mit der Entdeckung des Penicillins und anderer synthetisch hergestellter und kommerziell vertriebenen Medikamente geriet das Teebaumöl, das im 2. Weltkrieg ein wesentlicher Bestandteil der medizinischen Ausrüstung englischer und australischer Soldaten war, etwas in Vergessenheit. Das Vertrauen auf ärztlich verordnete Präparate war beinahe grenzenlos.
In den letzten Jahren hat Teebaumöl in aller Welt wieder stark an Bedeutung gewonnen, da man sich auf die Kräfte der Naturmittel zurückbesonnen hat. JEAN PÜTZ hat dem Teebaumöl zu noch größerer Popularität verholfen, als er dessen vielschichtige Anwendungsmöglichkeiten in seiner Hobbythek-Sendereihe des WDR vorstellte. Er entwickelte auch eine verdünnte Lösung von Teebaumöl zur Abwehr von Insekten und Stechmücken sowie auch Flöhen und Läusen (1 ml Teebaumöl mit 1 Messerspitze Lösungsvermittler LV 41 gründlich vermischen, dann 10 ml erhitztes und wieder abgekühltes Wasser zufügen und schütteln).
Anwendung
Unter den ätherischen Ölen hat Teebaumöl nahezu die breiteste Anwendungspalette. Teebaumöl ist sogar in unverdünntem Zustand relativ mild, daher kann man es in bestimmten Fällen (z.B. bei Insektenbissen und Stichen) direkt auf die Haut aufbringen, was man ja mit den meisten anderen ätherischen Ölen nicht machen darf, da sie brennen oder starke Hautreizungen verursachen können. Wie oben bereits ausgeführt, ist eine allergische Reaktion auf Teebaumöl zwar selten, dennoch nie ganz auszuschließen. Ein Allergietest mit einer kleinen Menge Öl am Unterarm ist daher vor der erstmaligen Anwendung empfehlenswert. Auf Schleimhäute darf Teebaumöl nie unverdünnt kommen.
Abwehr von Insekten und Stechmücken: Verwenden Sie die Verdünnung mit Lösungsvermittler und Wasser (siehe oben), um ungeschützte Hautstellen damit einzureiben. Die Lotion nicht in die Augen oder auf Schleimhäute bringen.
Insektenbisse und Stiche (auch von Bienen oder Wespen) betupft man dreimal täglich mit purem Teebaumöl.
Fußpflege (Wundsein, starke Schweißbildung): 10 Tropfen Teebaumöl in eine Schüssel mit warmem Wasser geben und die Füße darin baden.
Hühneraugen und Schwielen behandelt man am besten mit unverdünntem Teebaumöl. Ein Wattestäbchen erleichtert das Auftragen.
Muskelkater und Muskelschmerzen: 1 Teil Teebaumöl mit 10 Teilen eines pflegenden Basisöles (z.B. Mandelöl) mischen und die schmerzenden Stellen damit einreiben.
Sonnenbrand: Die oben beschriebene Basisölmischung mit einem Wattebausch auftragen. Augenpartien aussparen. Zusätzlich als Badeessenz: Vermischen Sie 2 ml Teebaumöl mit ca. 1 ml Lösungsvermittler LV 41 und machen Sie mit dieser Mischung ein kaltes Vollbad. Empfindliche Haut kann eine Verminderung der Dosis erforderlich machen.
Mundwasser gegen Mundgeruch: 10 Tropfen Teebaumöl in 1 Glas warmes Wasser geben und damit gurgeln und spülen. Auch als Zusatz in Zahnpasta geeignet (Zahnpastagrundlage in J. PÜTZ: Gesundheit mit Kräutern und Essenzen).
Haarpflege: Teebaumöl ist ein ausgezeichneter Zusatz für Shampoos und Haarkuren. 100 ml Shampoo oder Haarkur mit 1-2 Hobbythek-Meßlöffeln (2,5 ml) Teebaumöl vermischen. Shampoos etwa 1 Minute, Kuren 5-10 Minuten einwirken lassen und dann ausspülen. Sogar eine Wirkung gegen Haarausfall wird der Essenz nachgesagt.
Pickel und Mitesser: Das Teebaumöl kann mit einem Wattestäbchen unverdünnt aufgetragen werden. Zur Vorbeugung ist es nützlich, 10 Tropfen Teebaumöl in ein Waschbecken mit warmem Wasser zu geben und das Gesicht einmal am Tag damit zu waschen. Dies kann auch im Wechsel mit den eher traditionellen Ölen Lavendel und Bergamotte geschehen.
Aromalampe, Massageöl: Die psychisch-seelischen Wirkungen, die dem Teebaumöl zugeschrieben werden, sind vorwiegend ausgleichender Natur. Es soll ebenso positiv bei Niedergeschlagenheit wie bei Übererregung und Hitzköpfigkeit wirken. Es wird empfohlen bei Konzentrationsstörungen, verwirrtem Gemüt und Entscheidungsunfähigkeit. Es ist eines der wichtigen Öle zur Unterstützung der Meditation.
Wie kommt die Wirkung ätherischer Öle zustande?
Die moderne Wissenschaft hat sich natürlich zum Ziel gesetzt, die Wirkung von Naturstoffen in ihrem Mechanismus zu erklären. Zur Frage, wie die ausgezeichnete Wirksamkeit vieler ätherischer Öle gegen Mikroorganismen zustande kommt, ist allerdings wenig bekannt. Man nimmt an, daß viele Antibiotika oder Desinfektionsmittel die Mikroorganismen an ganz bestimmten Stellen angreifen; sie stören entweder Stoffwechselvorgänge in der Zelle oder hemmen eine für die Angreifer lebenswichtige Reaktionskette. Es muß noch geklärt werden, inwieweit dies auch für ätherische Öle zutrifft, d.h. ob sich spezielle Angriffspunkte nachweisen lassen, oder ob es sich mehr um chemisch-physikalische Einflüsse handelt, die die Existenz der Mikroorganismen unmöglich machen.
Eine Theorie geht davon aus, daß die starke Wirkung terpenhaltiger Öle auch mit der Anlagerung von Sauerstoff an die Terpene zu erklären sei. Als Produkte dieser Anlagerung sollen reaktionsfreudige Peroxide entstehen, die eine keimhemmende Wirkung einleiten. So wäre auch zu erklären, daß länger gelagerte Öle, die mit Luftsauerstoff Peroxide gebildet haben, eine verstärkte antimikrobielle Wirkung hatten. Vielleicht kommt auch der Lipoidlöslichkeit (Neigung, sich in Fettkörpern zu lösen) der ätherischen Öle eine Bedeutung zu und damit deren Fähigkeit, sich in den Lipoiden der Zellmembran zu lösen und dort Störungen hervorzurufen.
Qualität
Unser australisches Teebaumöl wird im Analytischen Labor des Direktimporteurs chargenbezogen einer Untersuchung mittels Gaschromatographie unterzogen. Die Qualitätskontrolle unserer Wareneingangsprüfung erstreckt sich auf die physikalisch-chemischen Kennzahlen und die wichtige organoleptische Beurteilung von Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz. Das Öl aus kontrolliert biologischem Anbau wird mit Herkunftsnachweis geliefert.
Die Aufbewahrung soll in möglichst voll gefüllten Gefäßen vorzugsweise aus Glas, an einem kühlen Platz und vor Licht geschützt erfolgen. Ätherische Öle sind feuergefährlich und müssen vor dem Zugriff von Kindern gesichert aufbewahrt werden.
Anmerkungen:
In der populären Literatur wird verschiedentlich die Heilwirkung bei schweren Erkrankungen, die in jedem Falle der Hinzuziehung eines Arztes bedürfen, beschrieben. Die Verwendung von Stoffen und Zubereitungen (dazu zählen auch ätherische Öle) als Arzneimittel unterliegt in Deutschland aber einer Zulassungspflicht. Der Vertreiber hat hierfür Angaben über Wirkungen, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, analytische Prüfung, pharmakologisch-toxikologische Prüfung und klinische Prüfung vorzulegen. Da eine solche Zulassung bis heute nicht existiert, dürfen Produkte mit Teebaumöl nicht mit arzneilicher Zweckbestimmung in den Verkehr gebracht werden (siehe Mitteilung der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker im Literaturverzeichnis).
Literaturhinweise Teebaumöl
© 1997 OMIKRON GmbH, Neckarwestheim
* Letzte Änderung am 06.09.2008Nachdruck oder Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Autors und Herausgebers.
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Vorliegende Informationen entbinden Sie nicht von der Prüfung der beschriebenen Grundstoffe auf ihre Eignung für die beabsichtigten Einsatzzwecke und Verfahren. Der Leser muß sich daher vor der Anwendung über die sichere und korrekte Handhabung und Dosierung der Stoffe unterrichten, ebenso über eventuell bestehende gesetzliche Vorgaben. Diese Informationen können die Beratung eines Arztes oder Heilpraktikers bei Gesundheitsstörungen nicht ersetzen. Für Schäden, die beim Umgang mit den beschriebenen Produkten entstehen, übernimmt der Autor keine Haftung.