RAINFARNÖL

Rainfarnöl Balkan / CAS-Nr.: [8016-87-3]

Stammpflanze:

Chrysanthemum vulgare (LINNÉ) BERNH.
Synonyme: Tanacetum vulgare LINNÉ
, Chrysanthemum tanacetum
(Familie der Asteraceae/Compositae)

Andere Namen:

Wurmkraut
Oleum Tanaceti, Tanaceti aetheroleum (lat.); Tansy Oil, Oil of tansy (engl.); Essence de tanaisie (frz.)

Herkunft:

Vorkommen in Europa, Nordasien und Nordamerika.

Beschreibung

Rainfarnöl ist klar und von gelber bis grünlichgelber, bisweilen bräunlicher Farbe. Der Geruchseindruck wird bestimmt von (a-/b-)Thujon und Campher (siehe Inhaltsstoffe); in konzentrierter Form riecht das Öl sogar unangenehm.

Gewinnung

Das Öl entsteht durch Wasserdampfdestillation aus dem frischen, blühenden Kraut in einer Ausbeute von nur etwa 0,2 bis 0,5%, d.h. man benötigt zur Gewinnung von 1 kg Öl 200 bis zu 500 kg frisches Pflanzenmaterial!

Inhaltsstoffe

Hauptbestandteile des ätherischen Rainfarnöls sind b-Thujon (Anteil von ca. 70%), a-Thujon, weiterhin Thymol, Chamazulen, L-Campher, Borneol, b-Thujylalkohol, Davanon und Terpene. Je nach "chemischer Rasse" schwankt die Zusammensetzung des Öls; man unterscheidet die Sorten alpha-Thujon-Typ, beta-Thujon-Typ, Campher-Typ, Sesquiterpen-Typ usw. Wegen des hohen Anteils im Rainfarnöl bezeichnet man den Duftstoff b-Thujon (D,L-Isothujon) auch als "Tanaceton".

Abbildung rechts:

a+b - Thujon, Strukturformel

Thujon

Anwendung

In der Aromalampe (Duftlampe) wird die Essenz aufgrund ihrer ausgeprägt kräftigenden und anregenden Wirkung auf die Psyche verwendet. (Achtung: sehr sparsam einsetzen, aufgrund des hohen Thujongehaltes besteht leicht die Gefahr einer Überdosierung). Reines Thujon verursacht bei Überdosierung Konvulsionen und bei längerer Verabreichung psychische Schäden. Für schwangere Frauen ist das Öl aufgrund der abortiven Wirksamkeit von Thujon sehr gefährlich. Das Öl muß auch von Kindern, Epileptikern und Leberkranken gemieden werden.
In der Parfümerie wird die Essenz manchmal verwendet für Kräuter- und Phantasienoten, Chypre, Fougère usw.

In älterer Literatur wird die Anwendung als Einreibe- (Hautreiz-)mittel bei Rheumatismus beschrieben [2]. Für arzneiliche Zwecke darf das von uns bezogene Öl jedoch keinesfalls verwendet werden, da für diese Anwendung in Deutschland Apothekenpflicht besteht.

Die deutsche Aromenverordnung begrenzt die Thujonmenge in Bitterspirituosen (z.B. Kräuterschnäpse) auf nur 35 mg (1 mg = 1 Tausendstel Gramm) je Kilogramm Fertigprodukt, sodaß bereits durch einen einzigen Tropfen (ca. 50 mg) Rainfarnöl in 1 kg Spirituose dieser Grenzwert erreicht wird!

Qualität

Das von uns vertriebene Rainfarnöl, Balkan wird im analytischen Labor des Direktimporteurs chargenbezogen einer Untersuchung mittels Gaschromatographie unterzogen. Die Qualitätskontrolle unserer eigenen Wareneingangsprüfung erstreckt sich neben der obligatorischen Identitätsprüfung auf die physikalisch-chemischen Kennzahlen (z.B. Dichte, Brechungsindex, optische Drehung) und die wichtige organoleptische Beurteilung von Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz.

Aufbewahrung und Sicherheit.

Die Lagerung soll in möglichst voll gefüllten Gefäßen vorzugsweise aus Glas, an einem kühlen Ort und vor Licht geschützt erfolgen. Ätherische Öle sind feuergefährlich und müssen vor dem Zugriff von Kindern gesichert aufbewahrt werden.

Aufgrund des hohen Thujongehaltes handelt es sich bei Rainfarnöl um einen Gefahrstoff nach EG-Richtlinien. Die Abgabegebinde tragen daher ein entsprechendes Gefahrensymbol und den Hinweis: "Gesundheitsschädlich beim Verschlucken".

Erstellt am 27.04.1999 * Letzte Änderung am 02.09.2008

[Homepage] * [Übersicht]