Andere Bezeichnungen:
Almond Oil, sweet; Oleum Amygdalarum; Amygdalae Oleum
Beschreibung
Die Samen zur Ölgewinnung stammen von den Steinfrüchten des 4-7 m
hoch werdenden Mandelbaumes. Es gibt verschiedene Sorten (Varietäten) der Mandelpflanze,
von denen zwei die als Nahrungsmittel bekannten Süß- beziehungsweise Bittermandeln
liefern.
Der Mandelbaum beginnt in mediterranem Klima in der ersten Februarhälfte zu blühen. Die
Blütezeit dauert etwa einen Monat, und in dieser Zeit bildet der Baum - zumeist ehe die
Blätter austreiben - eine Unmenge von Blüten. Jede Blüte hat einen glockenförmigen
Kelch, eine offene Blütenkrone, 15 bis 20 Staubgefäße und einen Stempel. Etwa 10 Wochen
nach Beginn der Blüte fangen die Früchte an zu reifen. Das zunächst fleischige Perikarp
trocknet aus, springt auf und gibt die dann abfallende Frucht frei.
Die Frucht des Mandelbaums steht als Steinfrucht botanisch betrachtet einem Pfirsich oder
einer Aprikose nahe, allerdings ist der äußere Teil nicht fleischig und schmackhaft wie
beim Pfirsich, sondern dünner und ledrig. Der Samen im Innern des harten Kerns liefert
die Mandel. Im Durchschnitt liegt der Ölgehalt in den Mandeln bei 40 bis 55%, die Samen
sind wegen dieser hohen Konzentration zur Gewinnung von fettem Öl sehr gut geeignet.
Das offizinelle Öl wird durch Kaltpressung aus den reifen Samen der bitteren (Varietät amara),
weniger der süßen Mandeln (Varietät dulcis bzw. sativa) gewonnen. Der
Einfachheit halber bezeichnet man es in beiden Fällen als Mandelöl. Das Öl kann
naturbelassen (wie im Fall unseres Mandelöls aus ökologischem Anbau) oder raffiniert
sein.
Qualität
OMIKRON-Mandelöle werden ausschließlich mit ausführlichen Analysenzertifikaten bezogen, die aufgrund einer Prüfung im Vertragslabor des Lieferanten nach den gültigen Arzneibuchvorschriften (DAB 10, Ph.Eur.II, BP 93) chargenbezogen erstellt werden. Prüfkriterien sind z.B. Dichte, Säurezahl, Peroxidzahl, Jodzahl, Verseifungszahl, Gehalt an unverseifbaren Anteilen, Farbe und Fettsäurezusammensetzung. Mandelöl aus kontrolliert biologischem Anbau wird zusätzlich Analysen auf Organochlor- und Organophosphorpestizide sowie das Lösungsmittel Hexan unterzogen. DAB 10 läßt auf Verfälschungen mit Aprikosen- oder Pfirsichkernöl sowie Sesamöl prüfen. Aus der Zusammensetzung der Fettsäureanteile des Öles läßt sich ebenfalls eine mögliche Beimischung fremder fetter Öle erkennen.
Verwendung
Mandelöl ist eines der kostbarsten Öle. Es wird in der
Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie, als Schmiermittel für feine Mechaniken wie
Uhren, Instrumente und Waffen sowie in der Kosmetik und Pharmazie umfassend verwendet. Es
beruhigt und pflegt die Haut und wird für Cremes, Lotionen, Salben, Lippenbalsam,
Massageöle, Ölbäder und viele andere kosmeti-sche Zubereitungen benutzt. Es ist bekannt
für seine Milde und gibt in Cremes eingearbeitet ein schönes, weiches Hautgefühl. Es
wirkt als leichter natürlicher UV-Filter.
In der Pharmazie wird es von Alters her als Salbengrundlage und zur Herstellung von
Linimenten (suspensions- oder emulsionsartige, halbflüssige Mischungen) und anderen
galenischen Präparaten verwendet.
Rezepte
| Körperöl "Anti-Mücke" | Massageöl gegen Cellulitis | ||
| 90 ml | Mandelöl | 100 ml | Mandelöl |
| 10 ml | Weizenkeimöl | 10 Tr. | Lavendelöl |
| 10 Tr. | Nelkenöl | 10 Tr. | Myrtenöl |
| 10 Tr. | Cedernholzöl | 10 Tr. | Ylang-Ylang-Öl |
| 6 Tr. | Citronellaöl | ||
| 4 Tr. | Lavendelöl | ||
Geschichte
Mandeln werden bei uns seit mehreren tausend Jahren verwendet und sind damit ein Nahrungsmittel, das im Westen eine längere Geschichte hat als in China. Sie waren bereits zu biblischen Zeiten bekannt und werden im Alten Testament mehrmals erwähnt. Die Tatsache, daß in Israel zwei oder drei Wildformen beheimatet sind, die der kultivierten Form sehr ähneln, deutet darauf hin, daß es zu den Ländern gehört, wo die Mandelpflanze domestiziert wurde. Sie ist der erste Baum, der vor Ende des Winters zu blühen beginnt, und daher stand sie als Symbol für Eile und Hast. Und tatsächlich ist es auch diese Pflanze, die das Nahen des Frühlings in Israel ankündigt.
| Am andern Morgen aber, als Mose | Sei deines Schöpfers eingedenk in der Blüte des |
| in das Zelt des Gesetzes trat, siehe, | Lebens, ehe die bösen Tage kommen..., wenn |
| da hatte der Stab Aarons, vom | man sich auch vor der Anhöhe fürchtet und |
| Stamme Levi, gesproßt, hatte | Schrecknisse auf dem Weg sind; wenn der Man- |
| Schosse und Blüten getrieben | delbaum blüht und die Heuschrecke sich müh- |
| und trug reife Mandeln. | sam hebt... Denn der Mensch geht in sein ewi- |
| ges Haus, und die um ihn klagen, ziehen auf der | |
4. Mose 17, 8 |
Gasse umher. |
Prediger 12, 1.5 |
Jünger ist die Verwendung der Mandeln in der chinesischen Medizin. Dagegen reicht der Gebrauch ihrer chinesischen Gegenstücke, nämlich der Aprikosenkerne, weiter zurück. In der chinesischen Heilkunde der Han-Dynastie (206 v.Chr. bis 220 n.Chr.) ist er erstmals belegt. Im Buch des Shennong werden sie den giftigen Drogen* zugerechnet, und seither in fast allen wichtigen chinesischen Heilpflanzenbüchern beschrieben. Heutzutage gelten sie als offizinelle, anerkannte Arznei in der Pharmakopöe (Arzneibuch) der Volksrepublik China.
Obwohl man Süßmandel und die süßen Aprikosenkerne einerseits, Bittermandel und bittere Aprikosenkerne andererseits zur Behandlung der gleichen Krankheiten benutzt, werden in den Büchern meist die bitteren Sorten angegeben. Da die bitteren Sorten von den Chinesen jahrhundertelang in großem Umfang verwendet wurden (u.a. gegen Husten und starke Verschleimung, bei Asthma und Verstopfung), waren Vergiftungen unvermeidlich. Eine Bittermandel- oder Aprikosenvergiftung (Blausäuregehalt!) ruft unter anderem Symptome wie Schwindel, Ohnmacht, Übelkeit und Erbrechen, Krämpfe, Kopfschmerzen und Atembeschwerden hervor. Die Chinesen entwickelten aber bald ein Gegenmittel: Abkochungen aus Rinde und Wurzeln des Aprikosenbaums!
Bittermandelöl blausäurefrei
Andere Bezeichnungen:
Oleum Amygdalarum (amararum) aethereum, Amygdalarum amararum
Aetheroleum sine Acido hydrocyanico
Engl.: Oil of Bitter Almond; Frz.: Essence d`Amande amère
Beschreibung, Inhaltstoffe
Natürliches Bittermandelöl ist ein aufgrund des Blausäuregehaltes giftiges, farbloses bis gelbliches, eigenartig-intensiv riechendes Öl. Es enthält über 90% (bis über 95%) Benzal-dehyd und 2-4% Blausäure. Die Dichte beträgt 1,053 g/cm3. Weitere Bestandteile sind Mandelsäurenitril, Benzoin und Aldehydharze. Durch Ausschütteln mit Kalkmilch und Eisensulfat mit anschließender Wasserdampfdestillation erhält man das blausäurefreie Bittermandelöl, welches mindestens 99% Benzaldehyd enthält und andere Anteile nur in Spuren. Das im Deutschen Arzneibuch (6. Ausg.) beschriebene Bittermandelwasser wird nicht aus Bittermandelöl, sondern aus Mandelsäurenitril hergestellt.
Verwendung
Das blausäurefreie Bittermandelöl findet Verwendung als Duftstoff in der Parfümerie, als Aromastoff für Liköre und Lebensmittel sowie in pharmazeutischen Präparaten. Obwohl in der Handelsware keine Blausäure mehr enthalten ist, sind aufgrund des Benzaldehydgehaltes die Rezepturvorschriften genau einzuhalten.
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sichere und korrekte Handhabung und Dosierung der Stoffe unterrichten., ebenso über
eventuell bestehende gesetzliche Vorgaben.
Für Schäden, die beim Umgang mit den Produkten entstehen, übernehmen wir keine Haftung.
Für arzneiliche Zwecke dürfen die vorliegend beschriebenen Präparate nicht verwendet
werden.
Literaturhinweise
Erstellt am 08.01.1996 * Letzte Änderung am 21.06.1999