Bittermandelöl
Bittermandelöl, blausäurefrei
Stammpflanze:
Prunus dulcis var. amara (DC.) BUCHHEIM
Synonyme: Prunus amygdalus var. amara (DC.) FOCKE
(Familie der Rosaceae,
Rosengewächse)
Andere Bezeichnungen:
Oleum Amygdalarum (amararum) aethereum, Amygdalarum amararum
Aetheroleum sine Acido hydrocyanico;
engl.: Oil of Bitter Almond, bitter almond oil; frz.: Essence d`Amandes amères; ital.:
olio di mandorle amare
Beschreibung, Inhaltstoffe
Natürliches Bittermandelöl ist ein aufgrund des Blausäuregehaltes giftiges, farbloses bis gelbliches, eigenartig-intensiv riechendes Öl. Es enthält über 90% (bis über 95%) Benzaldehyd und 2-4% Blausäure. Die Dichte beträgt 1,053 g/cm3. Weitere Bestandteile sind Mandelsäurenitril, Benzoin und Aldehydharze. Durch Ausschütteln mit Kalkmilch und Eisensulfat (dabei bildet sich Calciumeisen[II]-cyanid) mit anschließender Wasserdampfdestillation erhält man das blausäurefreie Bittermandelöl, welches zu mindestens 99% aus Benzaldehyd besteht und andere Anteile nurmehr in Spuren enthält. Der reine Aromastoff Benzaldehyd wird daher auch als "künstliches Bittermandelöl" (Oleum Amygdalarum aethereum artificiale) bezeichnet. Das im Deutschen Arzneibuch (6. Ausg.) beschriebene Bittermandelwasser wird nicht aus natürlichem Bittermandelöl, sondern aus Mandelsäurenitril hergestellt.
In den bitteren Mandeln sind
Benzaldehyd und Blausäure an einen Zweifachzucker (Gentiobiose) gebunden. Diese Verbindung, ein Glycosid, heißt Amygdalin und spaltet mit Hilfe des Enzyms Emulsin Traubenzucker ab. Bei diesem Vorgang werden auch Benzaldehyd und Blausäure freigesetzt. Amygdalin gehört daher zu den sogenannten "cyanogenen Glycosiden":
Dufteindruck / odor profile
aromatisch-süßlich, bittermandelartig, wildkirschartig
engl.: aromatic, sweet, intense, fragrant, almond-like, cherry
Verwendung
Das blausäurefreie Bittermandelöl findet Verwendung als Duftstoff in der Parfümerie, als Aromastoff für Liköre und Lebensmittel sowie in pharmazeutischen Präparaten. Obwohl in der Handelsware keine Blausäure mehr enthalten ist, sind aufgrund des
Benzaldehydgehaltes die Rezepturvorschriften genau einzuhalten.Sollkennzahlen
| Relative Dichte bei 25 °C | 1,040 - 1,050 |
| Brechungsindex bei 20 °C | 1,5410 - 1,5460 |
| Optische Drehung bei 20 °C | 0° bis +0°25´´ |
| Säurezahl | max. 8 |
| Aldehydgehalt (als Benzaldehyd) | min. 95% |
| Löslichkeit in Ethanol | 1 + 2 Vol. L70% |
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Literaturhinweise
* Literaturhinweise BenzaldehydErstellt am 08.01.1996 * Letzte Änderung am 08.04.2001
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