Chemikalienliste K

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Kaliumdichromat feinkristallin (Potassium Dichromate)

Andere Bezeichnung(en): Kaliumbichromat, Rotes Kaliumchromat, Saures chromsaures Kalium, Doppeltchromsaures Kalium, Pyrochromsaures Kalium; lat.: Kalium dichromicum puriss. cryst., Kalium bichromicum, Kalium chromicum rubrum, Potassii dichromas, Dichromas kalicus; engl.: potassium dichromate; frz.: dichromate de potassium; ital.: bicromato di potassio
Summenformel;Linienformel: K2Cr2O7
Relative Molmasse (MG): 294,19 g/mol
CAS-Nummer: [7778-50-9]
EWG-Nr./EINECS-Nr.: 231-906-6
RID/ADR: 6.1/65c
UN-Nr.: 3288
Spezifikation:
-------------------------------------------------
durchschnittlicher Gehalt 99,8%
Gehalt min. 99,3%
Sulfat < 0,03%
Chlorid < 0,06%
Spez. Gewicht 2,7
Schüttgewicht ca. 1,4
Schmelzpunkt 398 °C
Eutektikum mit Wasser - 0,63 °C
Artikel-Nr. Reinheit Gehalt Abpackung Inhalt
10-0285 reinst (purissimum) ³ 99,3% Schraubflasche 50 g
100 g
500 g

1 kg

Verwendungseinschränkungen:

Nur für Forschungs-, wissenschaftliche Lehr- und Ausbildungs- oder Analysenzwecke in den dafür erforderlichen Mengen bestimmt (gem. Chemikalienverbotsverordnung). Nicht für medizinische, kosmetische oder pharmazeutische Zwecke, nicht als Haushalts- oder Agrochemikalie.

Abgabeeinschränkungen:

** Nur an Schulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und gewerbliche Verwender. Ein Versand an Privatpersonen ist nicht möglich.

Die Umweltschutzauflagen bei Verwendung und Entsorgung sind streng einzuhalten.

Kennzeichnung nach EG-Richtlinien/GefStoffV:

Gefahrenzeichen: N,T+ UMWELTGEFÄHRLICH! SEHR GIFTIG!
R-Sätze R 49 Kann Krebs erzeugen beim Einatmen
(Gefahrenhinweise) R 46 Kann vererbbare Schäden verursachen
R E21 Auch gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut
R 25 Giftig beim Verschlucken
R 26 Sehr giftig beim Einatmen
R 37 / 38 Reizt die Atmungsorgane und die Haut
R 41 Gefahr ernster Augenschäden
R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich
R 50 / 53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben
S-Sätze S 1 / 2 Unter Verschluß und für Kinder unzugänglich aufbewahren
(Sicherheitsratschläge) S 53 Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen. - Nur für den berufsmäßigen Verwender -
S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen (wenn möglich dieses Etikett vorzeigen)
S 60 Dieser Stoff und/oder sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen
Lagerklasse VCI: 6.1 B Nicht brennbare giftige Stoffe
Lagerkategorie: lagern ohne Einschränkung
Deutsche Wassergefährdungsklasse: WGK 3 stark wassergefährdender Stoff
Schweizer Giftklasse CH 3 starke Gifte
Entsorgung: E 22 Anorganische Peroxide und Oxidationsmittel werden durch Eintragen in eine saure Natriumthiosulfat-Lösung in weniger gefährliche Reaktionsprodukte überführt; Sammelbehälter E

Handhabungsanweisungen für sehr giftige Gefahrstoffe

Beschreibung:

Kaliumdichromat kristallisiert in Form von großen, schön orangeroten, triklinen Kristalltafeln. Die vorliegende Handelsware ist feinkristallin. Der Reinstoff ist nicht hygroskopisch und sehr stabil, daher unbegrenzt lagerfähig. Kaliumdichromat ist geruchlos und schmeckt bitter (Achtung: Die Geschmacksprobe verbietet sich aufgrund der Giftigkeit!!). Die Kristalle lösen sich in etwa 8 bis 10 Teilen Wasser unter schwach saurer Reaktion, nicht aber in Alkohol. Beim Erhitzen über den Schmelzpunkt (397 °C) hinaus entsteht eine tief braunrote, fast schwarze Flüssigkeit, welche sich bei Abkühlung wieder rötlich färbt. Weiteres Erhitzen führt oberhalb 400 °C zur Zersetzung (in Kaliumchromat, Chromoxid und Sauerstoff).

Verwendung:

Labor: In der quantitativen Analyse (Oxidimetrie und Iodometrie) als Urtitersubstanz, in der qualitativen Analyse zum Nachweis von Blei [als Blei(II)-chromat, welches in Säuren und Laugen löslich ist] und Wasserstoffperoxid, zur Herstellung von Chromschwefelsäure. Zum Härten anatomischer Präparate (HUNNIUS).

Industrie: Zur Herstellung von Zündmasse (Zündholzindustrie); zur Fabrikation von Chrompigmenten (Buntfarbenindustrie); als Bestandteil von Imprägniersalzen (Holzindustrie); zur Herstellung von lichtempfindlichen Schichten auf Papier, Filmen oder Glas in der Reproduktionstechnik (Lichtdruckverfahren), ferner zum Verstärken und Abschwächen von Bromsilbergelatine-Platten (Film- und Fotoindustrie). Kaliumdichromat fällt die Farbstoffe aus Blauholz unter Bildung von Farblacken (Einsatz in der Tinten-, Tuschen- und Stempelfarbenindustrie).

Heilkunde: Historisch ist die Verwendung bei dyspeptischen Beschwerden (ohne und mit Magengeschwür) zu nennen, ferner der äußerliche Gebrauch als Ätzmittel bei Kondylomen und Geschwüren. Diese Anwendungsgebiete sind aufgrund der Giftwirkung sowie krebserzeugenden Eigenschaften der Substanz verlassen. In der Homöopathie (in entsprechend potenzierter Form) wird Kaliumdichromat jedoch auch heute noch als Kalium bichromicum (HAB 1) eingesetzt.

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Letzte Änderung am 16.12.2004