Chemikalien-Lexikon M

Mangan(VII)-oxid

Andere Namen: Dimanganheptoxid, Manganheptoxid, "Permangansäureanhydrid", "Übermangansäureanhydrid"

Summenformel: Mn2O7

Molekülmasse: 221,86 g/mol

Beschreibung, Eigenschaften

di-Manganheptoxid ist eine ölige, dunkle, grünlich-rotbraune und metallisch schimmernde Flüssigkeit. Sie ist bei Raumtemperatur und gleichzeitig trockener Umgebung einigermaßen stabil. Allerdings ist die Substanz schlagempfindlich (vergleichbar dem Knallquecksilber!) und auch wärmeempfindlich; sie zersetzt sich bereits bei Temperaturen oberhalb 40 °C schlagartig zu Braunstein (Mangandioxid) und Ozon:

2 Mn2O7  ------->   MnO2 + 2 O3

Mangan(VII)-oxid zieht Feuchtigkeit begierig an und löst sich in reichlich Wasser unter Bildung der violetten Permangansäure, HMnO4, auf. Ein abgeleitetes Salz ist das bekannte Kaliumpermanganat, KMnO4. Permangansäure (veraltet: "Übermangansäure") ist nur in verdünnter Lösung stabil. Mangan(VII)-oxid kann also als das Anhydrid der Permangansäure bezeichnet werden. Die Salze der Permangansäure nennt man auch Manganate(VII).

Explosionsgefährlich di-Manganheptoxid kann wegen seiner Instabilität nicht aufbewahrt werden. Gefahr: Mit organischen Stoffen (z.B. Alkoholen) reagiert es ausgesprochen heftig unter spontaner Entzündung oder gar Explosion. Auch ohne Kontakt zu brennbaren Stoffen detoniert Manganheptoxid bei Temperaturen  zwischen 40 und 65 °C bzw. auf Druck oder Schlag.

Gewinnung, Reaktionen

Der Stoff entsteht bei der Einwirkung von 90%iger Schwefelsäure auf Kaliumpermanganatpulver in der Kälte. Mangan(VII)-oxid scheidet sich als dunkelgrünes Öl am Boden ab. (Achtung: Vorstehende Beschreibung ist keine Arbeitsvorschrift. Die präparative Darstellung ist nur dem ausgebildeten, erfahrenen Chemiker vorbehalten; auf die Notwendigkeit der Einhaltung aller geltenden rechtlichen Bestimmungen/Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften wird ausdrücklich hingewiesen).

Die Bildung und der Zerfall von di-Manganheptoxid lassen sich dagegen in einem eindrucksvollen Demonstrationsexperiment relativ gefahrlos vorführen, wenn man die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nicht außer Acht läßt. Vielen Lesern ist dieser Versuch sicher bereits bekannt als "Blitze unter Wasser". Informationen hierzu sowie die Versuchsbeschreibung findet man im Internet u.a. unter

http://technologie.uni-duisburg.de/hge/blitze.htm

Literaturhinweise Mangan(VII)-oxid

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Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß für den Umgang mit Gefahrstoffen zahlreiche gesetzliche Regelungen und Einschränkungen gelten. Chemikalien dürfen nur von Personen mit der erforderlichen theoretischen und praktischen Sachkenntnis unter Einhaltung aller lokal und national gültigen Vorschriften gelagert und verwendet werden. Die dem jeweiligen Stand der chemischen Wissenschaft und Technik entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, Unfallverhütungsrichtlinien und Maßnahmen zur Arbeitshygiene sind ebenfalls einzuhalten.

Erstellt am 10.09.1999 * Letzte Änderung am 16.02.2000 © Peter Rau 1999-2000

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